Kunstmuseum Stuttgart

Architektur
Hascher, Jehle & Assoziierte, Berlin/Deutschland

Planungszeit
1999 − 2002

Ausführungszeit
2001 − 2004

Leistungen von Werner Sobek
Tragwerksplanung und Sonderkonstruktionen (mit Fichtner Bauconsult, Stuttgart/Deutschland) (LPH 1 − 6 gemäß § 64 HOAI)
Fassadenplanung (LPH 1 − 8 gemäß UBF)

BGF
13.000 m²

Auftraggeber
Hochbauamt der Stadt Stuttgart/Deutschland

Fotografie
Roland Halbe, Stuttgart/Deutschland
Brigida Gonzalez, Stuttgart/Deutschland

Auszeichnungen
Auszeichnung Guter Bauten des BDA Stuttgart 2005
Anerkennung zum Deutschen Architekturpreis 2005

Das Kunstmuseum Stuttgart ist ein mit Natursteinen verkleideter Kubus, der von einer zweiten Haut aus Glas umgeben ist. Während die Glasfassade für außenstehende Beobachter tagsüber die Umgebung widerspiegelt, wird sie nachts durch die innenliegende Beleuchtung nahezu unsichtbar, scheint praktisch nicht mehr existent – ein gelungenes Wechselspiel zwischen Transparenz und Reflexivität. Das Museum selbst besteht aus einem oberirdischen Glaskubus und zum Teil unter der Erde befindlichen Ausstellungsflächen, die in komplettsanierten Tunnelröhren aus den 1960er Jahren untergebracht sind. Von außen am prägnantesten wahrnehmbar (aber nur einen relativ kleinen Teil der Ausstellungsfläche beherbergend) ist der Glaswürfel direkt am Schlossplatz. Dieser hat eine Kantenlänge von 28,8 m. Primäre Tragstruktur des Kubus ist eine Betonkonstruktion. Diese Betonkonstruktion ist mit Jurakalk verkleidet und bildet so eine zweite, innere Fassade. Das Erdgeschoss ist stützenfrei, um eine möglichst flexible Nutzung für Vorträge, Vernissagen und künstlerische Rauminstallationen zu erreichen. Wandscheiben in den oberen Geschossen sorgen für die erforderliche Aussteifung der Tragstruktur. Das transparente Dach des Würfels ruht auf einem Trägerrost, von dem auch die (äußere) Fassade aus Glas abgehängt ist. Horizontallasten auf die Fassade werden von Glasschwertern aufgenommen – durch diese transparente Tragstruktur erreicht die Gebäudehülle einen äußerst hohen Grad an Entmaterialisierung. Sie erlaubt so einen weiten Blick aus dem Inneren auf das Herz der Stadt.