Calwer Passage

Architektur
Ingenhoven Architects, Düsseldorf/Deutschland
Tennigkeit Architekten, Stuttgart/Deutschland

Planungszeit
2017 − 2020

Ausführungszeit
2018 − 2021

Leistungen von Werner Sobek
Fassadenplanung, inkl. Grünfassaden (LPH 2 – 8)
Planung Versorgungstechnik und Bewässerungsanlagen der Grünfassaden
Planung Höhenzugang Fassaden
Nachhaltigkeitsberatung und DGNB-Zertifizierung

Auftraggeber
Piëch Holding, Stuttgart

Rendering
Ingenhoven Architects, Düsseldorf/Deutschland

Die Calwer Passage liegt in zentraler Lage am geografischen Mittelpunkt der Landeshauptstadt Stuttgart. Das Bestandsgebäude aus den 1970er Jahren wird in den oberen Bereichen durch einen bis zu siebengeschossigen intensiv begrünten Neubau ersetzt, die Untergeschosse bleiben teilweise erhalten und sind im Bereich der S-Bahn Haltestelle Stadtmitte als ein Gebäudeteil ausgeführt. Ebenso bleibt die denkmalgeschützte „Glastonne“ der Passage zum Calwer Platz hin erhalten und wird in den Neubaukomplex integriert. Neben Ladenflächen und Gastronomie im Erdgeschoss und zu den Untergeschossen des Nahverkehrsbahnhofs hin, sind in den Obergeschossen Bereiche mit Wohnungen belegt, die Hauptnutzung bilden modernste Büroflächen. Vorgelagert zu den großzügig verglasten hochwärmegedämmten Fassadenbereichen mit Sonnen- und Blendschutz ist die Konstruktion zur Gebäudebegrünung entlang der opaken Brüstungsbänder angeordnet. Diese bepflanzten horizontalen Bänder sind geschossweise übereinander angeordnet und teilweise untereinander mit vertikalen Rankhilfen verbunden. Die Be- und Entwässerung der rund 2.000 großformatigen Pflanzgefäße ist in diese Konstruktion integriert und dient gleichzeitig auch als Zugang für die Gärtner zur Pflege. Ergänzt werden die Grünfassaden durch die intensive Begrünung der Dächer unter Einsatz verschiedenster Gehölze und Baumarten. Bei der Calwer Passage wird durch die intensive Begrünung der Fassaden und Dächer ein atmender Stadtraum mit einem natürlichen, gesunden Klima geschaffen. Bei Starkregen fungiert die Begrünung und der Substrataufbau als Zwischenspeicher für die Wassermassen. Darüber hinaus können die Pflanzen auch lokale Feinstaubkonzentrationen reduzieren und der ansonsten zu beobachtenden sommerlichen Überhitzung von stark bebautem Gebiet (der sogenannte „Urban Heat Island“-Effekt) entgegenwirken. Das Mikroklima vor Ort wird so entscheidend verbessert.