S21 – S-Bahnbrücke

Architektur
Ingenhoven Architekten, Düsseldorf/Deutschland

Planungszeit
2011 – 2020

Ausführungszeit
2014 – 2025

Leistungen von Werner Sobek
Tragwerksplanung (LPH 3 – 5 + 8)

Auftraggeber
DB Projektbau GmbH, Stuttgart/Deutschland

Rendering
Ingenhoven Architekten, Düsseldorf/Deutschland

Das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm erfordert eine Vielzahl von baulichen Änderungen in der Landeshauptstadt Stuttgart. Dazu zählt u. a. der Neubau eines achtgleisigen Durchgangsbahnhofs. Dieser neue Tiefbahnhof besteht aus einer ca. 420 m langen und 80 m breiten Halle. Die Bodenplatte der neuen Bahnhofshalle quert einen bestehenden S-Bahn-Tunnel. Die Bodenplatte wird in diesem Bereich in Bahnhofslängsrichtung als vorgespannte Brückenkonstruktion mit einer Spannweite von etwa 30 m ausgebildet. So wird eine Belastung des bestehenden Tunnelbauwerks durch die neue Bahnsteighalle verhindert. Das Brückentragwerk gründet auf Bohrpfahlwänden seitlich des S-Bahn-Tunnels. An den Stirnseiten des Brückentragwerks befindet sich jeweils ein Wartungsgang mit angrenzenden Technikräumen. Auf dem Brückentragwerk stehen zwei Kelchstützen – das Brückenbauwerk muss hier also auch Lasten aus dem Schalendach abtragen. Erschwerend für die Planer kam hinzu, dass die Brücke auch vier große Durchbrüche für Treppenabgänge zum S-Bahn-Tunnel aufnehmen muss. Aufgrund der hohen Belastung aus den Kelchstützen mit einer Größenordnung von jeweils 60 MN wurde die Brücke vorgespannt. Hierzu wurde eine interne Vorspannung ohne Verbund verwendet. Aufgrund der räumlichen Bedingungen sind Teile des Bauwerks nur bedingt für Inspektionszwecke zugänglich. Um dies zu kompensieren, wurde eine im Vergleich zu den normativen Anforderungen verschärfte Bemessung vorgenommen. Zusätzlich kommt ein komplexes Monitoring-System zum Einsatz. Durch das für Bahn-Projekte innovative Vorspannsystem und die permanente Überwachung des Tragwerks wird langfristig eine uneingeschränkte Nutzung der Konstruktion sichergestellt.