Trumpf Kantine

Architekten:
Barkow Leibinger, Berlin/Deutschland

Planungszeit:
2005 – 2006

Ausführungszeit:
2006 – 2008

Leistungen von Werner Sobek:
Tragwerksplanung (LPH 1 – 6 gemäß § 64 HOAI)
Fassadenplanung (LPH 1 – 8 gemäß UBF)

Auftraggeber:
Trumpf, Ditzingen/Deutschland

Fotograf:
David Franck, Ostfildern/Deutschland

 

Die Firma Trumpf ist weltweit führender Hersteller von Maschinen zum Laserschneiden und Laserschweißen. Im Rahmen der Erweiterung und Modernisierung des Firmengeländes in Ditzingen bei Stuttgart entstand nach den Plänen der Architekten Barkow Leibinger aus Berlin auch ein neues Betriebsrestaurant. Besondere Kennzeichen dieses Betriebsrestaurants sind die transparente Fassade und die geometrisch komplexe, aus einzelnen Holzwaben zusammengesetzte Dachstruktur. Das Betriebsrestaurant bietet auf ca. 5.400 qm fast 700 Sitzplätze. Bei Bedarf kann der Innenraum durch eine alternative Bestuhlung in ein Auditorium für Veranstaltungen mit bis zu 800 Teilnehmern umgewandelt werden.

Das fünfeckige Gebäude hat im Grundriss Abmessungen von 40 x 70 m. Die max. Höhe im Restaurantbereich beträgt 11 m. Das Primärtragwerk besteht aus Stahlträgern von bis zu 42 m Länge, die auf vereinzelt angeordneten Stahlstützen ruhen; die unterschiedliche Schrägstellung der Stahlstützen gewährleistet die Aussteifung gegen Horizontallasten. Die Stahlträger weisen Kraglängen von bis zu 11,70 m auf.

Die Stahlträger des Primärtragwerks bestehen aus geschweißten Rechteckhohlprofilen unterschiedlicher Abmessungen. Während die Breite mit 300 mm konstant bleibt, passt sich die Höhe dem Kräfteverlauf ebenso wie architektonischen Anforderungen an: sie variiert zwischen 600 mm bis 1.200 mm. Einzelne Träger wurden zur Herausstellung und Differenzierung von Primär- und Sekundärtragwerk mit einer Höhe von 1.500 mm ausgeführt.

Das gesamte Primärtragwerk lagert auf neun Stützengruppen. Die Positionierung der Stützen wurde zum einen eng auf architektonische Randbedingungen abgestimmt; zum anderen wurde sorgfältig auf eine wirtschaftliche Anordnung in Bezug auf den resultierenden Stahlverbrauch geachtet.

Das Sekundärtragwerk besteht aus Holzträgern unterschiedlicher Länge und Höhe, die zwischen den Stahlträgern des Primärtragwerks spannen. Die Geometrie der durch die Holzträger gebildeten Waben wirkt im Grundriss unregelmäßig, besteht aber tatsächlich nur aus acht unterschiedlichen Wabentypen, die in Gruppen immer wieder aneinander gereiht wurden.

Die Montage der Holzwaben erfolgte feldweise. Aus Kostengründen wurde auf ein Flächengerüst verzichtet. Stattdessen wurden unter ausgewählten Knotenpunkten einzelne Montagestützen angeordnet. Die anschließenden Wabenträger wurden dann als vorübergehende Kragarme montiert.

Das neue  Betriebsrestaurant der Firma Trumpf in Ditzingen zeichnet sich neben seiner Transparenz und Leichtigkeit vor allem durch sein architektonisch wie konstruktiv sehr anspruchsvolles, geometrisch sehr komplexes Dachtragwerk aus. Der Aufbau des Dachtragwerks erforderte höchste Präzision in Planung und Ausführung sowie eine sorgfältige Berücksichtigung des Verformungsverhaltens des Tragwerks über den gesamten Montage- und Bauprozess hinweg.

 Fassadenplanung

 

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