National Museum Katar

Architekt:
Atelier Jean Nouvel, Paris/Frankreich

Planungszeit:
2012 – 2014

Ausführungszeit:
2011 – 2016

von Werner Sobek erbrachte Leistungen:
Umfassende Beratung, Bauüberwachung und Schnittstellenmanagement der Gebäudehülle. Komplettes Engineering und 3D-Detail- und Fertigungsplanung für die Sekundärkonstruktion, Teile der Primär-Stahlbaukonstruktion und der 3D-Glasfaserbeton-Panels-Befestigung.
Level-of-Detail LOD400 BIM-Modellierung der
geplanten Komponenten.

Auftraggeber:
HYUNDAI Engineering & Construction Co., Ltd.

Im Zuge des Ausbaus der Hauptstadt von Qatar zu einem weltweiten Finanz-, Kultur- und Tourismuszentrum entsteht in Doha ein neues Nationalmuseum. Das von Jean Nouvel entworfene Gebäude stellt aufgrund seiner Größe und seiner geometrischen Komplexität höchste Anforderungen an Planung und Installation der Gebäudehülle. Grundidee hinter dem Entwurf von Jean Nouvel sind die komplexen, rosettenartigen Strukturen der sogenannten Sandrosen – Strukturen, die sich in der Wüste bei der Verdunstungskristallisation von Gips bilden. Aus diesem Motiv wurde ein Gebäudekomplex entwickelt, der in der Grundfläche ca. 400 m x 250 m misst und der eine Höhe von bis zu 40 m erreicht. Das Gebäude selbst setzt sich aus 600 verschiedenen, diskusförmigen Elementen zusammen, die miteinander verschnitten sind. Auf der Basis einer Leitdetailplanung und Ausschreibung von Jean Nouvel wurde die Gesamtmaßnahme Ende 2011 an den koreanischen Generalunternehmer Hyundai vergeben. Zentraler Bestandteil des Planungsprozesses war ein BIM-Modell (Building Information Modelling), in das alle beteiligten Fachplaner und ausführenden Firmen ihre Planungsergebnisse kontinuierlich einspeisen konnten. Nur dank dieses Modells war es möglich, die hohe geometrische Komplexität des Projekts in den Griff zu bekommen und Kollisionen von einzelnen Komponenten zu verhindern. Das BIM Modell wurde im Softwaresystem von Gehry Technologies geführt; aufgrund der Größe des Projekts und des extrem hohen Detaillierungsgrades (LOD 400) ist es gegenwärtig das größte Modell seiner Art auf der Welt. Eine besondere Herausforderung stellte der baubegleitende Planungsprozess dar. Die fortlaufende Gesamtkoordination verursachte permanente Anpassungen des 3D-BIM-Modells in allen Gewerken und erforderte ein hocheffizientes Planungsänderungsmanagement, das mit automatischer Kollisionsdetektion und möglichst einfacher parametrisierter Nachführung von Planungsdaten modernste Ansätze und Bearbeitungstools beinhaltete. Für die innovative Anwendung der BIM-Technologie wurde Werner Sobek mit dem BIM Award 2016 ausgezeichnet.

Fotograf:

Fotograf:
HG Esch, Hennef/Deutschland

 

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