Architektur

Eine Architektur, die den Anspruch besitzt, eine unserer und der kommenden Zeit angemessene Haltung zu formulieren, muss ihre Materialität und ihre Gestalt durch Gestaltentwicklung auf der Basis integraler Planungs- und Organisationsprozesse mit Hinblick auf aktuelle und zukünftige Formen des menschlichen Lebens finden. Die Frage lautet nicht „Wie haben wir gewohnt und gearbeitet“, sondern sie lautet „Wie werden wir wohnen und arbeiten“. Die Antwort hierauf bedingt die unbedingte Antizipation des Kommenden, ein vielleicht hie und da in die falsche Richtung führender, hinsichtlich seiner intellektuellen Vertretbarkeit aber der einzige Weg.

Oder, in der Formulierung von Hegel: „…dass die Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist.“. Auf der Suche nach einer dem Heute und dem Morgen angemessenen baulichen Sprache hat unser Büro sehr früh begonnen, tradierte Leistungsbilder aufzubrechen und durch eine umfassende Interpretation von „engineering“ zu ersetzen, die im wesentlichen durch eine Ausweitung des Begriffs „Tragwerk“ bis hin zum Gebauchsgegenstand („alles trägt“), durch eine hohe Gestaltungsqualität aller tragenden Bauteile und durch die Verwendung einer erweiterten Palette von Werkstoffen und Konstruktionsweisen gekennzeichnet ist.

Insbesondere bei den leichten und den transparenten Konstruktionen müssen einerseits die Sprache des Architekten und des Ingenieurs deckungsgleich übereinstimmen (was ein hohes Maß an Qualität der Zusammenarbeit und an gegenseitigem Verständnis bedingt); andererseits muss der Ingenieur über vielfältiges Wissen aus anderen Disziplinen wie der Textiltechnik, der Bionik, der Haute Couture oder dem Flugzeugbau verfügen, um aus dem Möglichen das Sinnvolle zu schaffen.